Unser Pflege-, Betreuungs- und Hauswirtschaftskonzept
Das Haus verfügt über 130 Einzelzimmer mit eigener Nasszelle, welche sich auf drei Wohnbereiche, jeweils mit eigenem Speisesaal, verteilen. Die Zimmer können mit eigenen Möbeln ausgestattet werden.
Die Aktivitäten und Feierlichkeiten finden im Gruppenraum oder im Gemeinschaftssaal statt. Die Aktivitäten werden von Mitarbeitern des Sozialen Dienstes durchgeführt.
Alle Etagen sind mit dem Fahrstuhl erreichbar. Im Obergeschoss befindet sich ein Friseursalon und ein Raum für die Fußpflege.
Das Personal im Pflegebereich setzt sich zusammen aus:
- Altenpfleger/innen
- Krankschwestern/Krankenpfleger
- Altenpflegerhelfer/innen
- Pflegehelfer/innen
- Auszubildende
F 1.3 Pflege-, Betreuungs- und Hauswirtschaftskonzept
F 1.3.1 Einführung und diakonisches Selbstverständnis
Unsere Einrichtung ist Mitglied im Diakonisches Werk Deutschland. Unsere Arbeit versteht sich als gelebte christliche Nächstenliebe und verantwortungsvolle Begleitung von Menschen in allen Lebenslagen – von Alltag bis Krankheit, Krisen und Lebensende.
Leitgedanken:
- Unverlierbare Würde: Jeder Mensch ist Geschöpf Gottes, unabhängig von Alter, Gesundheitszustand, Herkunft, Religion oder Lebensgeschichte.
- Selbstbestimmung: Förderung von Entscheidungsfreiheit und Eigenverantwortung.
- Ganzheitlichkeit: Gleichwertige Berücksichtigung körperlicher, psychischer, sozialer und spiritueller Dimensionen.
- Respekt und Wertschätzung: Wahrnehmung individueller Ressourcen und Lebensgeschichten.
- Seelsorgliche Begleitung: Spiritualität wird respektiert; Angebote stehen allen offen.
- Pflegebedürftigkeit wird als Lebenssituation verstanden, die professionelle, ethisch reflektierte und menschliche Begleitung erfordert.
F 1.3.2 Grundsätze der Versorgung
- Die Versorgung erfolgt personenzentriert, ressourcenorientiert und prozessorientiert:
- Förderung körperlicher, psychischer und sozialer Fähigkeiten
- Stärkung sozialer Teilhabe
- Sicherstellung von Sicherheit, Orientierung und Geborgenheit
- Integration spiritueller und seelsorglicher Begleitung
- Die Versorgung basiert auf pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen, gesetzlichen Vorgaben und den Qualitäts- und Ethikstandards des Diakonischen Werkes.
F 1.3.3 Pflege
Pflegeverständnis
- Pflege ist ein professioneller, beziehungsorientierter Prozess. Grundlage: 4-Phasen-Strukturmodell
- Strukturierte Informationssammlung (SIS)
- Individuelle Maßnahmenplanung
- Durchführung der Pflege
- Evaluation und Anpassung
Ziele der Pflege
- Erhalt und Förderung der Selbstständigkeit
- Prävention und Reduktion von Risiken
- Stabilisierung von Gesundheit und Wohlbefinden
- Wahrung von Würde, Intimsphäre und Selbstbestimmung
- Förderung sozialer und kognitiver Fähigkeiten
- Begleitung in Krisen, Sterben und Trauer
Aktivierende Pflege
- Einbeziehung in Körperpflege, Mobilität, Ernährung
- Anleitung statt Übernahme
- Förderung kognitiver und alltagspraktischer Fähigkeiten
- Motivation zu Eigenaktivität
- Leitprinzip: „So viel Selbstständigkeit wie möglich – so viel Unterstützung wie erforderlich.“
Bezugspflegesystem
- Jede Person hat eine feste Bezugspflegeperson
- Koordination des Pflegeprozesses, Dokumentation, Kommunikation mit Angehörigen
- Schnittstelle zu externen Partnern
- Vertretungsregelungen sichern Kontinuität
F 1.3.4 Betreuung und Sozialer Dienst
Betreuung ergänzt die Pflege:
Ziele:
Soziale Integration, Tagesstruktur, Erhalt kommunikativer Fähigkeiten, Vermeidung von Isolation, Unterstützung religiöser Bedürfnisse.
Leistungsangebote:
- Einzel- und Gruppenbetreuung
- Kreative, musische, bewegungsorientierte Angebote
- Jahreszeitliche Feste, kulturelle Veranstaltungen, Ausflüge
- Seelsorgliche Begleitung und Gesprächsangebote
- Unterstützung religiöser Handlungen
- Angebote werden bedarfsgerecht, dokumentiert und evaluiert.
F 1.3.5 Hauswirtschaft – Lebensqualität und Wohlbefinden
Die Hauswirtschaft ist ein zentraler Bestandteil der Lebensqualität in unserer Einrichtung. Sie schafft ein wohnliches, sicheres und geborgenes Umfeld.
Aufgabenbereiche
- Küche / Verpflegung
- Planung, Zubereitung und Ausgabe von Mahlzeiten
- Berücksichtigung individueller Ernährungsbedürfnisse, Diäten und Wünsche
- Umsetzung der HACCP-Richtlinien
- Wäscheversorgung und Nähstube
- Reinigung, Pflege und Bereitstellung der Wäsche der pflegebedürftigen Personen
- Organisation der Textilpflege für das Haus
- Sicherstellung hygienischer Standards
- Reinigung
- Tägliche Reinigung der Wohn- und Gemeinschaftsbereiche
- Reinigung nach festen Plänen unter Einhaltung der Hygienestandards
- Berücksichtigung der Privatsphäre und Ruhezeiten
- Wohnraumgestaltung und Atmosphäre
- Pflege und Gestaltung von Wohn- und Aufenthaltsräumen
- Dekoration, Sauberkeit, wohnliche Atmosphäre
- Zusammenarbeit mit Heimbeirat, Pflege, Betreuung und Technik
F 1.3.6 Organisationsstruktur
Aufbauorganisation
- Aufgaben, Zuständigkeiten und Befugnisse in Stellenbeschreibungen
- Klare Zuordnung der Mitarbeitenden zu Wohn- und Verantwortungsbereichen
- Organigramm zeigt Verantwortlichkeiten und Leitungslinien
- Die Leitungsstruktur gewährleistet klare Entscheidungswege, fachliche Verantwortung und Transparenz.
Ablauforganisation
- Arbeitsabläufe zwischen Pflege, Betreuung und Hauswirtschaft sind schriftlich festgelegt
- Kommunikationswege (digital und analog) sind verbindlich geregelt
- Übergaben, Dienstübergaben und Fallbesprechungen sind standardisiert
- Interdisziplinäre Schnittstellen (z. B. Hauswirtschaft-Pflege, Betreuung-Pflege) sind definiert
- Änderungen im Gesundheitszustand, besondere Bedarfe oder Wünsche werden zeitnah kommuniziert
- Verantwortliche Personen für jeden Ablaufabschnitt sind klar benannt
- Praxisbeispiel: Hauswirtschaft meldet abweichende Ernährung, besondere Reinigung oder Wohnraumanpassung direkt an Pflege, Betreuung und Leitung, damit Maßnahmen sofort umgesetzt werden.
F 1.3.7 Qualitätssicherung und Weiterentwicklung
- Einhaltung gesetzlicher Vorgaben: SGB XI, Pflegeversicherung, Hygieneverordnungen
- Pflegewissenschaftliche Standards: Bezug zu Expertenstandards, Evidenzbasierte Praxis
- Dokumentation nach SIS: vollständig, nachvollziehbar, strukturierte Pflegedokumentation
- Schulungen und Fortbildungen: Pflichtfortbildungen, interne und externe Seminare, fachspezifische Updates
- Kontinuierliche Evaluation: interne Audits, Fallbesprechungen, Befragungen von pflegebedürftigen Personen und Angehörigen
- Rückmeldungen und Verbesserungsmaßnahmen: Beschwerden, Feedback, Teambesprechungen
- Integration von Qualitätsindikatoren: Sturzrate, Dekubitus Inzidenz, Zufriedenheit, Teilhabe, Ernährung
- Diakonischer Bezug: Qualität wird nicht nur messbar, sondern auch als Ausdruck verantwortungsvoller, ethisch reflektierter Arbeit verstanden.
F 1.3.8 Ziele des Konzepts
- Einheitliche fachliche Grundlage für Pflege, Betreuung und Hauswirtschaft
- Sicherstellung hoher Versorgungsqualität und Lebensqualität
- Klare Aufgaben- und Verantwortungsstruktur mit transparenter Kommunikation
- Förderung interdisziplinärer Zusammenarbeit
- Umsetzung seelsorglicher Begleitung, Teilhabe und spiritueller Förderung
- Kontinuierliche Weiterentwicklung der Prozesse auf Basis von Evaluation und Feedback
- Transparenz und Bekanntheit des Konzepts für alle Mitarbeitenden
- Nachhaltige Integration der diakonischen Werte in die tägliche Arbeit
